BPD Magazin Nr. 24
Die 24. Ausgabe des BPD Magazins widmet sich den Zukunftsfragen der Gebietsentwicklung – von biobasiertem und kreislauforientiertem Bauen über die Herausforderungen der Energiewende bis hin zu neuen Wegen in Beteiligung, Kulturwandel und Quartiersgestaltung. Im Mittelpunkt stehen innovative Lösungen, die zeigen, wie nachhaltige Materialien, intelligente Energiesysteme und resiliente Planungsansätze unsere Städte verändern.
Veränderung braucht Haltung
Unsere Kolumne zeigt den Kulturwandel, vor dem die Bau- und Immobilienbranche steht: Steigende Kosten, ESG-Anforderungen und der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum erfordern neue Arbeitsweisen und mehr Zusammenarbeit. Melanie Sauerbier (BPD) betont, dass Bauprojekte nur durch transparente Kommunikation, digitale Prozesse und serielle Bauweisen effizient, nachhaltig und wirtschaftlich realisiert werden können. Statt Kontrolle stehen heute Vertrauen, Kooperation und klare Strukturen im Mittelpunkt. BPD treibt diesen Wandel aktiv voran – mit dem Ziel, zukunftsfähige, klimafreundliche und sozial starke Quartiere zu entwickeln.
Zurück zum Wohnviertel
Wir blicken auf das neue Wasserquartier „Balkon von Maassluis“ – ein nachhaltiges Wohngebiet mit über 1.000 Wohnungen direkt am Nieuwe Waterweg in den Niederlanden. Prägend sind der starke Bezug zum Wasser, vielfältige Architektur, großzügige Ausblicke sowie maritime Gestaltungselemente, die dem Quartier eine Identität geben. Das Wohnangebot wurde flexibel an aktuelle Bedürfnisse angepasst, etwa durch nachhaltige Energielösungen. Das Ergebnis zeigt, wie BPD lebendige, zukunftsfähige und standortbezogene Quartiere entwickelt.
Die Häuser wurden so konzipiert, dass der Blick auf das Wasser von allen Geschossen aus möglichst gut ist.
Aart Reitsma
Senior-Entwickler BPD Niederlande
Administrative Entschlossenheit und demokratische Teilhabe
Die Wohnungsnot erfordert schnelles Handeln, stößt jedoch regelmäßig auf gesellschaftlichen Widerstand und rechtliche Verfahren. Widerspruchsverfahren verzögern den Wohnungsbau manchmal um Jahre und treiben die Kosten für Bauherren und Bauträger in die Höhe. Wie lässt sich das Gleichgewicht zwischen administrativer Handlungsfähigkeit und demokratischer Teilhabe wahren? Der Schlüssel liegt in der Gegenseitigkeit, argumentieren Niels Koeman, Spezialist für Raumordnungsrecht, und Hans Boutellier, Professor für Polarisierung und Resilienz.
Wie biobasierte Technologien die Welt verändern
Der Materialverbrauch im Bausektor ist für etwa 11 Prozent der CO2-Emissionen in den Niederlanden verantwortlich. Dieser Prozentsatz muss gesenkt werden. Vor allem im Hinblick auf die Vielzahl an Wohnungen, die gebaut werden müssen. Eine zirkuläre Bauwirtschaft bietet eine Lösung. Wie können wir den Übergang gestalten? Und welche Rolle spielen dabei Gebietsentwickler? Jasper van den Munckhof (Programmmanager bei Building Balance), Anne Loes Nillesen (Professorin für Städtebau, TU Delft) und Daan Bruggink (Inhaber ORGA architect) skizzieren konkrete Chancen – unter Einbezug der Schritte, die noch unternommen werden müssen.
Weitere Artikel im BPD Magazin Nr. 24
- HINTERGRUND: Wie wurde die Wohnungsnot früher bekämpft und können wir daraus Lehren ziehen? Drei Experten aus Deutschland und den Niederlanden werfen einen Blick in die Vergangenheit (und in die Zukunft).
- ESSAY: Die Bauwirtschaft und die Raumplanung in den Niederlanden stecken fest. Gerard Ros hat Lösungen für die Stickstoffproblematik und erkennt, welchen Beitrag die Bauwirtschaft leisten kann.
- MADE IN: München ist mit anderthalb Millionen Einwohnern nach Berlin und Hamburg die drittgrößte Stadt Deutschlands. Die süddeutsche Residenzstadt zeichnet sich vor allem durch stattliche Gebäude und breite Alleen aus.
- ANDERE PERSPEKTIVEN: Fünf Fragen an Lianda Sjerps-Koomen über die Gefahren der Stromnetzüberlastung und über Nullenergiesiedlungen, die alles wieder zum Fließen bringen.